Berthold Schuh

1920–2012

Professor Dr. Berthold Schuh wurde am 22. Oktober 1920 als zweites von vier Kindern dem Postbeamten Anton Schuh und dessen Ehefrau Julie, geb. Löschner in Seidowitz (Židovice) bei Brüx (Most) geboren. Kindheit und Jugend verbrachte er in Schönlinde (Krásná Lípa)/Nordböhmen. Er maturierte in Böhmisch Leipa (Česká Lípa), wo er seine spätere Ehefrau Dr. Isolde Schuh, geb. Schöffel, kennengelernt hatte.

Bei Kriegsende schwer verwundet, mußte er seinen Plan, Schauspieler zu werden (Bühneneignungsprüfung am Staatstheater Dresden im Jahre 1943) aufgeben. Er studierte Germanistik, Geschichte, Geographie, Philosophie in Heidelberg, schloß später ein Zusatzstudium der Pädagogik an, examinierte mit einer Arbeit über Marie von Ebner-Eschenbach und promovierte mit einer Dissertation über Joseph von Eichendorff.

Der Ehe entsprossen drei Kinder. Seit mehr als vierzig Jahren ist der Wohnsitz der Familie Engelsbrand im Nordschwarzwald.

Im Auftrag des Kultusminsteriums hatte Dr. Schuh vielfältige Sonderaufgaben: durch zehn Jahre Mitarbeit beim Europa-Abitur in Brüssel, Schulbuchprüfungen, Tätigkeit in zwei Lehrplankommissionen u. a. m., zuletzt war er Stellvertr. Direktor einer Akademie für Lehrerfortbildung.

Mit einer Schultheatergruppe spielte er im In- und Ausland, schrieb Texte für das Experimentaltheater und Schwänke in seiner Heimatmundart, ist gesuchter Konzertberichter als Freier Mitarbeiter von Tageszeitungen, gestaltet gemeinsam mit seiner Frau die als Leseszenen konzipierten Lebensbilder historischer Persönlichkeiten. Reisen und wissenschaftliche Exkursionen führten das Ehepaar zweimal nach Arabien, nach Südafrika, Nord- und Südamerika und immer wieder in die alte Heimat Nordböhmen. Gute Freundschaften verbinden sie mit Sudetendeutschen und Tschechen; das ist der Nährboden für die Gedichtsammlung Das Fenster einen Spalt breit geöffnet.