Diether Krywalski

1935–2013

Er war ein Brünner, nach dem Krieg mußte er noch im Knabenalter die Heimat verlassen. In den 1950er Jahren engagierte er sich u. a. in der sudetendeutschen Jugend. Dann studierte er deutsche Philologie und eine handvoll weiterer Fächer und schloß 1961 mit Auszeichnung ab. Lehrer sollte er werden, am Wittelsbacher Gymnasium in München. Seine verschiedenen Ämter als Pädagoge und Schulmann interessieren hier nicht, sehr wohl aber seine schriftstellerischen Meriten. Krywalski machte sich einen guten Namen als Autor und Herausgeber bohemikaler Werke sowie literaturwissenschaftlicher Untersuchungen. Zahlreiche germanistische Aufsätze stammen von ihm, die sich mit der nahezu 800 Jahre währenden Tradition deutscher Literatur in Böhmen und Mähren auseinandersetzen. Geistig und besuchsweise kehrte er immer wieder in seine Heimat zurück, etwa als Mitarbeiter am Lexikon deutschmährischer Autoren der Universität Olmütz, als Vortragender an den Universitäten Olmütz und Brünn und als jährlicher Gast am Germanistischen Lehrstuhl der Olmützer Palacký-Universität. Mit Professor Jürgen Born besorgte er die Ausstellung (nebst zugehörigem Katalog) Buch- und Plakatkunst aus Prag und den böhmischen Ländern, eine verdienstvolle und gelungene Sache. 2007 wurde Krywalski mit dem Sudetendeutschen Kulturpreis für Wissenschaft ausgezeichnet, den etwa auch der Historiker Hellmut Diwald 1979 erhalten hatte oder 1982 Friedrich Prinz. Krywalski wurde am 2. Weihnachtsfeiertag 2013 im Waldfriedhof von Geretsried zu Grabe gelegt.

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