Heinrich Pleticha

1924–2010

Ein ganz außergewöhnlich feinsinniger und gebildeter Deutscher aus Böhmen war der zuletzt in Würzburg schaffende Heinrich Pleticha. Am 9. September 1924 in Warnsdorf geboren, mußte er in den Zweiten Weltkrieg ziehen, wo er zweimal verwundet wurde. Nach dem Krieg, ebenfalls wieder unfreiwillig, mußte Pleticha eine neue Heimat suchen und fand sie zunächst in Erlangen, wo er Geschichte und Germanistik studieren konnte. Er beschritt schließlich den langen Weg eines Schulmannes, Lehrer erst, dann Oberstudiendirektor, endlich Honorarprofessor an der Würzburger Universität. Daneben ein fruchtbares und ungeheuer fleißiges Schaffen als Schriftsteller – fast hundert Bücher gehen auf sein Konto, darunter auch manches Vitalis-Buch. Über fünf Millionen Bücher von Pleticha sollen im Laufe der Jahre über die Pulte gegangen sein, eine sagenhafte Summe, die selbst Bestsellerautoren vor Neid erblassen läßt: Bücher über Ritter, Burgen und Turniere, über Bürger, Bauern und Bettelmänner, über des Reiches Glanz, über Franken und Böhmen, über Christoph Kolumbus und immer wieder auch über das unvergängliche Prag. Die von ihm sorgsam herausgegebenen Werke sind ein großer Gewinn für jeden Bücherschrank, etwa die Deutsche Geschichte in zwölf Bänden oder die Weltgeschichte in 14 Bänden. Mit großem Recht hat ihn die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste 1982 zum ordentlichen Mitglied berufen. Mit dem Großen Sudetendeutschen Kulturpreis wurde sein Lebenswerk gebührend gewürdigt. Eine enge Freundschaft verband ihn mit Otfried Preußler, und wenn er in Prag im Vitalis-Verlag zu Gast weilte, erzählte Pleticha immer voller Liebe von seinen Enkeln, von seiner Familie. Auch das gehört zu seinen Verdiensten.

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