Jan Neruda

1834–1891

Jan Neruda (1834–1891), geboren auf der Prager Kleinseite, wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Der Vater arbeitet in einer Kasernenküche, die Mutter als Hausangestellte. Ein hoffnungsvoll begonnenes Jura- und Philosophiestudium muß aus finanziellen Gründen aufgegeben werden. Seit 1856 arbeitet Neruda als Lokalreporter, in der Folge entstehen erste Gedichte und Prosawerke. In seinen Texten setzt sich der naturalistische Schriftsteller mit dem Schicksal der tschechischen Nation auseinander.

1864 erscheint sein bedeutendes Prosawerk Arabesken, 1878 folgen dann die bis heute vielgelesenen Kleinseitner Geschichten, in denen er in scheinbar idyllischer, oft ironischer Manier die Schicksale der Originale und kleinen Leute dieses Stadtteils verewigt.