Jürgen Born

*1928

Jürgen Born, ein geborener Danziger, studierte Anglistik und Germanistik an der Freien Universität Berlin, an der Harvard Universität und an der Northwestern Universität. Er hat sich in den letzten 50 Jahren immer wieder mit „seinem“ Franz Kafka beschäftigt und über Leben und Werk des großen Prager Schriftstellers zahlreiche Vorträge gehalten und Aufsätze verfaßt. Seine Schriften vermitteln einen tiefen Einblick sowohl in das Werk Kafkas als auch in die Thematik um die Schwierigkeiten der Deutung seiner Erzählungen und Romane. Außerdem setzt sich Born auch mit Kafka als Kritiker der Moderne und Kafka als Leser auseinander, desweiteren wird die Problematik der illustrativen Gestaltung von Kafkas Werken erörtert. Born bietet auch dem „Nicht-Kafkologen“ ein breites Spektrum von Aspekten zum Schriftsteller und zum Menschen Kafka, und dies zum Glück ohne intellektuelle Überheblichkeit, in einer verständlichen Sprache.

Besondere Verdienste erwarb sich Born nach seiner Berufung an die Universität Wuppertal anno 1974, wo er die wichtige Forschungsstelle für Prager deutsche Literatur einrichtete. Jürgen Borns Geschick ist es zu verdanken, daß Kafkas Bibliothek nach langen Jahren in Wuppertal einen dauernden Aufenthalt gefunden hat. Schon 1967 gab er zusammen mit Erich Heller Franz Kafkas Briefe an Felice heraus, 1983 folgten die von ihm zusammen mit Michael Müller edierten Brief an Milena. Zusammen mit Gerhard Neumann, Sir Malcolm Pasley und Jost Schillemeit bereitete Born die Kritische Ausgabe der Schriften, Tagebücher und Briefe Kafkas vor.