Pavel Kohout

*1928

Pavel Kohout, geboren am 20. Juli 1928, studierte zunächst an einem Realgymnasium, wo er 1947 maturierte, dann nahm er ein Studium für Ästhetik und Theaterwissenschaften an der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität auf, das er 1952, in der Endphase des Stalinismus abschloß. Kohout engagierte sich in jungen Jahren für die kommunistische Bewegung, so konnte er sich schon während seines Studiums als Kulturattaché an der tschechoslowakischen Botschaft in Moskau hervortun (1949 bis 1950). Ab 1952 war er Mitglied im Zentralausschuß des tschechoslowakischen Jugendverbandes und Mitglied im Zentralauschuß des tschechoslowakischen Schriftstellerverbandes. In dieser Zeit schuf er Gedichte und Dramen im Geiste des sozialistischen Realismus. Im Laufe der 1960er Jahre neigte er sich dem reformkommunistischen Flügel der Partei zu, was ihn 1968 zu einem der Wortführer des Prager Frühlings machte. Nach dessen Niederwalzung im August 1968 wurde er aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen. 1977 stand er an der Wiege der Dissidentenbewegung Charta 77. Ein Jahr später hielt er sich in Erfüllung eines Vertrages mit dem Wiener Burgtheater in Österreich auf, die tschechoslowakischen Behörden verhinderten schließlich seine Wiedereinreise in die Heimat. So ließ sich Kohout mit seiner Familie in Österreich nieder, 1980 nahm er auch die österreichische Staatsbürgerschaft an. Der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Schriftsteller verfaßte eine Reihe ausgezeichneter Romane, darunter die Beichte Meine Frau und ihr Mann, der Prager Kriminalroman aus der Protektoratszeit Sternstunde der Mörder und die deutsche Romanze Tanz- und Liebesstunde.