Rainer Maria Rilke

1875–1926

Rainer Maria Rilke (1875–1926), geboren in Prag. Der Lyriker und Erzähler studiert nach dem Besuch einer Militärrealschule Kunst-, Literatur- und Rechtsgeschichte u.a. in Prag und Berlin. In Worpswede läßt er sich mit der Bildhauerin Clara Westhoff nieder, ehe er 1902, nach Auflösung dieser Ehe, ein unstetes Leben mit zahlreichen Reisen beginnt. In seinem Werk niedergeschlagen haben sich u.a. die Aufenthalte in Paris, wo er 1905–06 Privatsekretär bei Auguste Rodin war, und im mediterranen Duino bei Fürstin Marie von Thurn und Taxis.

Man kennt den Dichter als unverbesserlichen Weltbürger, doch seine Wurzeln hat der berühmte Dichter in Prag: Als René Karl Wilhelm Johann Josef Maria kam er hier auf die Welt. Seine Eltern schrieben ihn in die Piaristenschule ein, zu deren Zöglingen später auch Egon Erwin Kisch und Franz Werfel gehörten. Als junger Mann verließ Rilke seine Geburtsstadt und kehrte nur noch gelegentlich zu Besuchen oder Lesungen in die Stadt an der Moldau zurück.

Gerade im frühen Werk Rilkes lugt Prag noch hinter jedem Blatt hervor: Der Gedichtband Larenopfer (1895/96) kann als literarischer „Baedecker“ gelesen werden, in dem Rilke seine Heimat Böhmen und ihre Hauptstadt liebevoll verherrlicht – selbstbewusst schickte der junge Lyriker ein Widmungsexemplar an Theodor Fontane. Einen politischen Hintergrund hingegen haben Rilkes Zwei Prager Geschichten (1899): Hier geht es um die nationalen Spannungen, welche die Stadt Prag im ausgehenden 19. Jahrhundert beherrschten.

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