Zur Geschichte der Medizin
Aus dem Weltreich der Heilkunst und Pharmazie
Eine digitale Galerie

Ludwig Aschoff

10. 1. 1866 - 24. 6. 1942

In Bonn wurde er zum Doktor der Heilkunde promoviert, in Göttingen habilitierte er sich und wurde Professor der Pathologie, zur wohl wichtigsten Schaffensstätte im Leben des Pathologen Ludwig Aschoff wurde jedoch Freiburg, wo er seit 1906 wirkte. Da war der damals Vierzigjährige der Fachwelt längst kein Unbekannter mehr, auch wegen der zwei Jahre zuvor beschriebenen Aschoff-Knötchen, die sich bei akutem rheumatischem Fieber im Herzen bilden. Im Jahr 1906 fand er mit seinem Schüler Sunao Tawara den Aschoff-Tawara-Knoten, jenes Gebilde des kardialen Erregungsleitungssystems, das mit der physiologisch nötigen Verzögerung den elektrischen Impuls von den Vorhöfen zu den Herzkammern weiterleitet. Mit dieser Struktur sollte sein Name unsterblich werden.

In seinem langen Gelehrtenleben mit mehr als 400 Veröffentlichungen, darunter ein gerühmtes Lehrwerk zur Pathologischen Anatomie, hat er noch manch anderes beschrieben, erforscht, erkannt – das Retikulo-endotheliale Zellsystem etwa, die Ursachen des Magengeschwürs, Wesentliches zur Atherosklerose.

Auch in der Medizingeschichte, der er schon in jungen Jahren zugeneigt war, hat sein Name Gewicht: Die 1898 erstmals erschienen Aschoffschen Übersichtstabellen sind in ihrer später von Paul Diepgen und Heinz Goerke weitergeführten Version noch heute Zierde zahlreicher Medizinerbibliotheken. Am 10. Januar wäre der Alemanne, kirchentreue evangelische Christ und Rotarier 150 Jahre alt geworden.

Leben heißt arbeiten.

Ich werde Ihnen heute das, was ich zu sagen habe, vorlesen, da die freie Rede keine sorgfältig kontrollierte Rede sein kann. Ich lese deshalb vor, weil es heutzutage möglich ist, daß man auch für ex cathedra Gesagtes später befragt werden kann.

Ludwig Aschoff