Zur Geschichte der Medizin
Aus dem Weltreich der Heilkunst und Pharmazie
Eine digitale Galerie

Japyx und Äneas

Dem trojanischen Helden Äneas wird mit einer silbernen Wundzange eine Pfeilspitze aus einer Oberschenkelwunde gezogen. Äneas stützt sich auf seinen eigenen Sohn, den weinenden Ascanius. Im Hintergrund Venus, die Mutter des Helden, die Balsam zur Wundheilung bringt. Diese altrömische Freskomalerei aus der Casa del Sirico in Pompeji wurde ungefähr um die Mitte des 1. nachchristlichen Jahrhunderts angebracht. Es ist durchaus denkbar, daß dieses Motiv etwa ein Chirurg fertigen ließ, der in Pompeji seine Praxis unterhielt.

In den Ausgrabungen des anno 79 n. Chr. durch einen Ausbruch des Vesuv zerstörten Pompeji hat man verschiedenes medizinisches Instrumentarium gefunden, von dem auf die medizinischen Verhältnisse im alten Rom zu schließen ist, die Ausgräber des Jahres 1771 gaben solch einer Fundstätte deshalb den Namen „Haus des Chirurgen“. Die überlieferten Namen der Besitzer belegen, daß sich die Ärzteschaft zumindest zum Teil aus griechischen oder syrischen Einwanderern rekrutierte. Auch mancher Sklave wurde von seinem begüterten römischen Herrn zum servus medicus ausgebildet, der dann sozusagen die Stellung des Haus- und Hofarztes zu übernehmen hatte und nach der Freilassung als Niedergelassener auf eine einträgliche Praxis hoffen durfte.