Zur Geschichte der Medizin
Aus dem Weltreich der Heilkunst und Pharmazie
Eine digitale Galerie

Paracelsus

1493 - 24. 9. 1541

Ein berühmtes Bild, vielfach kopiert und gedruckt. Ein legendärer Mann, eine schillernde, schwer zu fassende Figur. Es gibt kaum einen Arzt, zu dem mehr Monographien verfaßt wurden – ein Blick ins Antiquariat spricht Bände. Geboren 1493 im Kanton Schwyz als Sohn einer Schweizer Mutter und eines schwäbischen Pilgerarztes, den es nach dem Tod seiner Frau nach Villach in Kärnten verschlug. Auch sein Sohn, er hatte in Basel Medizin studiert, wanderte durch halb Europa, kam nach Salzburg, unterrichtete wieder in Basel gar in deutscher Sprache und verbrannte daselbst Galens und Avicennas Werke öffentlich. Er brach mit einigen liebgewordenen Dogmen und stellte selbst nicht wenige neue auf, eckte in den 48 Jahren seines ruhelosen, widersprüchlichen und schillernden Lebens mit Gott und der Welt an. Sein Ruf wurde immer schlechter, an Anhängern fehlte es ihm trotzdem nicht, bis heute. Sätze wie „Der da heylet ist die Natur, jede Wunde heylet von selbst, so sie nur sauber und rein gehalten wird“ haben Paracelsus zum Guru der Naturheilkünstler und Reformmediziner gemacht. Unter den vielen Aphorismen, die auf ihn zurückgehen, vielleicht noch dieser, sein wohl berühmtester in Septem Defensiones: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ohn Gift, allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist“ – kurz Dosis sola venenum facit. Zuviel Gift könnte allerdings sein Leben ausgelöscht haben, wie die moderne Forschung vermutet – nämlich Quecksilber, eingesetzt zur Behandlung einer Mittelohrentzündung.

Auf dem Salzburger St. Sebastians-Friedhof kann ihm der ärztliche Wanderer die Reverenz erweisen.

Wer nichts weiß, dem ist nichts lieb. Wer nichts kann, versteht nichts. Aber wer versteht, der liebt, bemerkt und sieht auch. Je mehr die Erkenntnis ist in einem Ding, desto größer ist die Liebe.

Paracelsus, Labyrinthus medicorum errantium

Zeit bringt Rosen. Wer meint, alle Früchte seien mit den Erdbeeren reif, der weiß nicht von der Weinlese.

Paracelsus, Große Wundarznei