Vlastimil Trešnák
Minimax

Ein tschechischer Beatnik. Exemplarische Geltung darf in dieser Hinsicht das Schicksal des tschechischen Schriftstellers und Musikers Vlastimil Trešnák (geboren 1950) für sich beanspruchen: Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 begann Trešnák im Untergrund eine intensive künstlerische Tätigkeit, die bald den Argwohn der Behörden auf sich zog. 1982 wurde der Mitunterzeichner der Charta 77 vor die Wahl Haft oder Exil gestellt – Trešnák emigrierte über Deutschland nach Schweden. Seit seiner Rückkehr im Jahr 1989 gehört Trešnák zu den anerkannten Vertretern der Prager Kunstszene. Auf Deutsch liegt nun seine Erzählung "Minimax" vor – ein Bericht aus dem sozialistischen Prag, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart ineinander verschränken. Anhand des Schicksals eines Prager Juden, der den Holocaust überlebt hat, reflektiert Trešnák hier seine eigene Situation: Der verfolgte Aussenseiter erweist sich als konstante Figur in der Geschichte des europäischen Totalitarismus.

"Neue Züricher Zeitung", am 7. November 1998

Festssteht, daß Vlastimíl Trešnák ein lesenswertes Kunststück gelungen ist.

"Prager Zeitung", am 18. Dezember 1997