Leo Perutz

1882–1957

Leo Perutz (1882–1957) wird als Sproß einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Prag geboren. Mit 17 Jahren übersiedelt er mit der Familie nach Wien. Nach einer Ausbildung zum Versicherungskaufmann ist Perutz lange Jahre als Versicherungsmathematiker tätig. Sein Erstlingswerk Die dritte Kugel (1915) bringt ihm großen Erfolg ein, an den er mit seinem nächsten Roman Zwischen neun und neun (1918) nahtlos anschließen kann. Friedrich Torberg charakterisiert Perutz als einen „Fehltritt Franz Kafkas mit Agatha Christie“.

Zu Anfang der zwanziger Jahre gibt Perutz seinen bürgerlichen Beruf zugunsten einer Existenz als freier Schriftsteller auf. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wendet sich jedoch das Blatt: Seine Werke werden in Deutschland verboten, 1938 muß Perutz Österreich verlassen und emigriert zunächst nach Israel. Sein Werk gerät lange Zeit in Vergessenheit, seit den 1990er Jahren erlebt es eine verdiente Renaissance.