Franz Kafkas Welt
Dichter, Maler, Künstler aus dem alten Prag
Eine digitale Galerie

Alfred Meissner – Der dichtende Chronist

1822 im nordböhmischen Teplitz geboren, kam Alfred Meißner als Gymnasiast nach Prag. Bereits mit 16 Jahren veröffentlichte er erste Gedichte, und schon eine 1845 folgende eigenständige Gedichtsammlung sollte ihn über die Landesgrenzen hinaus bekannt machen. Meißner hatte Medizin studiert, doch nach nur kurzer Zeit als Spitalsarzt vertauschte er das Krankenzimmer mit der Dichterstube. Er ging auf lange Wanderschaft, bereiste Italien, England und Frankreich. In Paris lernte er Heinrich Heine kennen und verfasste 1856 eine Biographie über den Freund und Schriftsteller. Dank seiner zahlreichen historischen Schriften sicherte sich  Meißner einen Ruf als Chronist des alten Prag. Berühmt wurde sein Versepos Žižka (1846).

Wie groß der Anteil des heimlichen Mitautors Franz Hedrich an seinen Romanen war, lässt sich nur schwer abschätzen. Als es zwischen den beiden Männern zum Konflikt kam und Meißner sich in die Enge getrieben fühlte, versuchte er sich das Leben zu nehmen. Wenig später starb er 1885 in Bregenz an einem Nervenfieber.

Eins ist die Menschheit,
Ein Herz,
Über Meere hin
Den Riesenpulsschlag schleudernd.
Ein Geist,
In Millionen Geistern
Ringend zur Kraft,
In Millionen Nervenfasern
Fühlend
Unrecht und Gerechtigkeit –
Ein Mensch ist die Menschheit

Alfred Meißner