Franz Kafkas Welt
Dichter, Maler, Künstler aus dem alten Prag
Eine digitale Galerie

F. C. Weiskopf – Der Diplomat

Der gebürtige Prager Franz Carl Weiskopf (1900–1955) wuchs zweisprachig auf: Sein Vater war ein deutscher Jude, die Mutter Tschechin. Weiskopf studierte in Prag Germanistik und Geschichte und arbeitete nach seiner Promotion für verschiedene Zeitungen. Als junger Mann schon war er der Kommunistischen Partei beigetreten.

1938 floh er nach Paris und gelangte im folgenden Jahr schließlich ins Exil in den USA. Nach dem Krieg trat er in den diplomatischen Dienst der Tschechoslowakei, unter anderem als Botschafter in Peking.

Sein bemerkenswertes stilistisches Niveau stellt F. C. Weiskopf über die Masse der Autoren des sozialistischen Realismus.

Wie etwa sein bekanntester Roman Das Slawenlied (1931) spielen seine Werke meist in der Tschechoslowakei und schildern die Nahtstellen bürgerlichen und proletarischen Lebens.

Die ziehenden Wolken bringen einen ständigen Wechsel von Licht und Zwielicht, eine Art magischer Musik ohne Töne hervor. Alles gerät in Bewegung: die Paläste auf dem Hang des Hradschin, die Häuser der Kleinseite, die vierschrötigen Brückentürme, die vergeistigten gotischen Kirchentürme … „Sie tanzt“, sagen dann die in der Stadt Verliebten.

F. C. Weiskopf über seine Geburtsstadt Prag

Der Krieg hatte mich zu fassen bekommen. Er hielt mich. Er wollte mich verschlucken. Ich würde nie wieder loskommen. Ich saß fest wie eine Fliege im Sirup. Und draußen ging das Leben weiter wie zuvor.

F. C. Weiskopf, Das Slawenlied